Wohnbebauung Siemensparkplatz: „Gartenquartier“ oder Neu-Neuperlach?

Die Stadt Unterschleißheim ist mit 30% am rd. 33.000 m² großen ehemaligen Siemensparkplatz beteiligt. Wir begrüßen, dass auf diesem wertvollen Areal Wohnungen errichtet werden. Erhebliche Bedenken bestehen aber unsererseits über Art und Ausmaß der Bebauung. Diese Bedenken werden nochmals verstärkt, wenn man das Eigenleben solcher Pläne anhand der Kräfteverhältnisse der Beteiligten berücksichtigt. Dem Investor wird es – wie schon bei der Bebauung des BC-Gewerbegebietes – wieder gelingen, abweichend von den Versprechungen der ersten Hochglanzbroschüren bis zur Endausführung deutliche Verbesserungen für sich zu erreichen.
1. Markantes Element der Bebauung soll ein 50m hoher „Landmark“ werden. Damit führt BM Böck die „nur“ 43m hohen Unterschleißheimer Bausünden der 70er Jahre fort. Wer braucht einen „Landmark“? Natürlich der Investor, der dort aus Gewinnoptimierungsgründen mehr als 120 möblierte Mikroappartements mit einer „Größe“ von nur ca. 20m² unterbringen will. Seine Vorteile: hohe m²-Mieten (laut Empirica/SZ vom 28.01.2020 derzeit über 27 €/m²), keine Mietendeckelung, kurze Verweildauer der Mieter (im Regelfall zeitlich befristete Mitarbeiter von Firmen). Solche Mietobjekte sind allgemein bekannt als „Boardinghouse“, ein Begriff, den unser SPD-BM Böck natürlich weit von sich weist. Hilfreich für ein funktionierendes Sozialgefüge sind solche Wohnsilos jedenfalls nicht. Und bezahlbarer Wohnraum entsteht damit definitiv auch nicht.
2. Dass der „Wohnturm“ ursprünglich sogar 70m hoch werden sollte, hatte wohl eher taktische Gründe – oder aber die Anwohner sollten damit gezielt in die Irre geführt werden und den Blick auf andere Schwachpunkte der Planung verlieren. BM Böck konnte einen „Verhandlungserfolg“ (Reduzierung auf 50m) pressewirksam vermelden. Dass die „verlorenen“ m² auf andere Gebäude draufgepackt wurden und sich an der weiterhin enormen Baumasse gar nichts geändert hatte, vergaß er mitzuteilen.
3. Ein Hohn ist es, das künftige Wohnquartier als „Gartenquartier“ zu bezeichnen. Fakt ist, dass das bisherige echte Grün (der Wall und die vielen auf dem Parkplatz stehenden Bäume) zu großen Teilen den riesigen Schollen (= bebautes Erdgeschoss) geopfert werden. Den Aufschrei der Grünen oder der ÖDP haben wir offenbar überhört. Es wird kaum Platz sein für ausreichend belichtete und belüftete Wege, geschweige denn für echtes Grün. Im Prospekt finden sich Bilder mit schön bepflanzten Wohnwegen. In der Realität ist dort kein Platz für mediterrane Pflanzkübel, denn die Wege müssen auch von breiten und schweren Müll- und Feuerwehrfahrzeugen befahren werden können. Bilder, die zeigen, wie dunkel, eng und beklemmend es in den Häuserschluchten tatsächlich zugehen wird, haben wir in den Hochglanzprospekten vergeblich gesucht.
4. BM Böck bewirbt das Wohngebiet u.a. damit, für Krankenschwestern, Erzieherinnen und sonstige in Sozialberufen arbeitende Personen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Statt uns hierzu belastbare Zahlen (was ist unter „bezahlbar“ zu verstehen? wie wird die Subvention finanziert? wer entscheidet? wie hoch werden die Nebenkosten ausfallen?) zu nennen, stellt BM Böck es als Erfolg dar, die Mietkosten durch „Optimierung“ (= Verkleinerung) von Wohnungen zu reduzieren. Meint er das wirklich ernst? Überzeugende Argumente hat er offenbar nicht. Weiterhin nicht kommuniziert wird von BM Böck, welche Gegenleistungen die Stadt für den von ihr eingebrachten Grundstücksanteil bekommt, der einen Marktwert von mindestens 15 Mio. € hat. Es ist höchste Zeit, dass die Stadt die wesentlichen Inhalte der städtebaulichen Verträge mit DV-Immobilien (und auch bzgl. Koryféum) veröffentlicht. Wo bleibt die auch im jetzigen Wahlkampf wieder versprochene Transparenz? BM Böck hat offenbar aus dem Kommunikationsdebakel um die BMW-Ansiedelung nichts gelernt.

Wir vom BfU – Bündnis für Unterschleißheim – stehen für Transparenz sowie echte und frühzeitige Bürgerbeteiligung, insbesondere bei Großprojekten. Nicht Großinvestoren, sondern unsere Bürger*innen sollen darüber entscheiden, wie sich ihre Stadt entwickelt, erforderlichenfalls auch mit einem Bürgerentscheid.
Wir bitten Sie daher um Ihre Stimmen für die Liste 6 FDP/BfU.

Otto Felkel – Stadtratskandidat für das BfU (Listenplatz Nr. 612)
Matthias Hatzmann – Stadtratskandidat für das BfU (Listenplatz Nr. 608)
Albert Biller – Stadtratskandidat für das BfU (Listenplatz Nr. 609)

Wahlkampfzeit ist….Jetzt geht‘s endlich richtig los!

Und es startet in der Ausgabe 5 des Lohhofer & Landkreis Anzeigers auf der Titelseite gleich mit einem Kracher, Theo Pregler, amtierender CSU-Stadtrat und Baureferent, schaltet eine private Anzeige und macht starke Wahlwerbung für den SPD 1.BM Christoph Böck! Da muss aber der Stachel tief sitzen, dass er nicht mehr auf der CSU-Liste steht. Auf die weitere öffentliche Fortsetzung der Schlacht sind wir schon gespannt!
Koryfeum: von einem BfU-Mitglied wurde die Fehlplanung der Verkehrsströme aufgedeckt, an der Reaktion von Bürgermeister Böck kann man eindeutig erkennen, dass das ein Volltreffer ist. Wurde damit die Baugenehmigung auf Basis falscher Zahlen erteilt? Macht ihm ja nichts, denn für ihn ist die Prognose weiterhin richtig! Wie richtig kann aber eine Prognose sein, die auf signifikant falschen Angaben basiert?
Martin Reichart, amtierender Stadtrat, Baureferent und Bürgermeisterkandidat der FW/FB beklagt in der gleichen Ausgabe des LLA, dass in der jetzt endenden Wahlperiode die Wohnraumentwicklung ganz zum Erliegen gekommen ist. Mit allem Respekt, aber die Frage sei gestattet, was hat er in seiner Funktion die letzten Jahre getan, um dem entgegenzuwirken? Und ist er nicht für die desaströsen Bau-Entscheidungen der letzten Jahre mitverantwortlich? Lieber wirft er, ohne Nennung des Namens, einem Stadtratskollegen nachbarschaftliche Aufwiegelung und Fehlinformationen vor.
Bürgermeister Böck hat 2013 in seinem Wahlkampf Bürgernähe und Bürgerbeteiligung versprochen. Gefallen sind die Entscheidungen mit unübersehbarer Tragweite, die Investoren im Gewerbe- und Wohnungsbau eine erhebliche Ausweitung ihres bestehenden Baurechts in Aussicht stellen, aber im kleinen Kreis und hinter verschlossenen Türen. Erst dann wurde unter Einschaltung externer Kommunikationsagenturen mit großem finanziellem und medialem Aufwand versucht, die Bürgerinnen und Bürger mit Alibiveranstaltungen (,,Bürgerinformationen“) und Scheinargumenten („Schaffung bezahlbaren Wohnraums“ und eines „Gartenquartiers“) ruhig zu stellen. Vertretern unerwünschter Meinungen wurde bei den „Bürgerinformationen“ kein Rederecht eingeräumt. So gesehen ist es richtig, dass Christoph Böck zu seinem Wort steht: er hält, was er den Investoren versprochen hat.

Wir vom BfU – Bündnis für Unterschleißheim stehen für
– echte und frühzeitige Bürgerbeteiligung, insbesondere bei Großprojekten. Nicht Großinvestoren, sondern unsere Bürger*innen sollen darüber entscheiden, wie sich ihre Stadt entwickelt, erforderlichenfalls auch mit einem Bürgerentscheid. Die Bürger*innen sollen entscheiden, in welcher Art von Stadt sie leben wollen.
– Inhaltlich fundierte Informationen über Vor- und Nachteile von Neuinvestitionen. Die im Bürgerinformationssystem eingestellten Unterlagen mit teilweise über 1.000 Seiten dienen eher der Verschleierung, so dass oft nicht einmal die Stadträt*innen wissen, worüber sie entscheiden.

Werte Unterschleißheimer Bürger*innen, falls Sie das genau so oder ähnlich sehen bitten wir um Ihre Stimmen für die Liste 6 FDP/BfU.
Carolin Kranz – Stadtratskandidatin für das BfU (Listenplatz Nr. 602)
Hermann Bayer – Stadtratskandidat für das BfU (Listenplatz Nr. 611)
Otto Felkel – Stadtratskandidat für das BfU (Listenplatz Nr. 612)
(veröffentlicht im Lohhofer & Landkreis Anzeiger Nr.7 vom 15.01.2020)

BfU-Stadtratskandidaten Silvia Eppler, Hermann Bayer und Martin Birzl am 24.01.2020 zum Informationsbesuch im Koryfeum

Die Stadtratskandidaten Silvia Eppler, Hermann Bayer und Martin Birzl der parteiunabhängigen Wählergruppe Bündnis für Unterschleißheim BfU folgten am 24.1.2020 der exklusiven Einladung der FREO Group zur Information über den entstehenden Gewerbepark Koryféum an der südlichen Landshuter Straße.
Die neue Wählergruppe BfU tritt 2020 erstmals zur Kommunalwahl in Unterschleißheim an.
Sie nutzten diese Gelegenheit, um ihre Schwerpunktthemen „Neuansiedlung von Gewerbeparks“ und „Verkehrsinfrastruktur“ bei der Realisierung dieses Projekts kritisch mit Herrn Heidelmann und Herrn Graf von der FREO Group zu diskutieren.
Die Errichtung des Gewerbeparks soll in 3 Bauphasen erfolgen. Die Fertigstellung der ersten zwei im Bau befindlichen Gebäude (erste Bauphase) auf der Südseite ist für 2021 geplant. In der zweiten Bauphase ist ein Hotelkomplex mit Parkhaus auf der Westseite bis Ende 2023 geplant.
Auf Nachfrage zu den Mietern konnte die FREO Group selber noch keine Angaben machen. Die Vermietung an einen Großkunden wäre gewünscht, scheint aber momentan nicht in Aussicht. Dies ist auch ein Grund, warum Details zur 3. Bauphase bis 2025 zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht feststehen.

Wie sieht es nun mit den vielfach diskutierten 4.000 Arbeitsplätzen aus? Der Name Koryféum leitet sich laut Herrn Heidelmann von der Vision ab, dass dort zukünftig eine Vielzahl von Koryphäen beschäftigt werden und es könnten tatsächlich 4.000 werden, was aber von den zukünftigen Mietgesuchen abhängt.
Auch die Verkehrsanbindung wurde kritisch hinterfragt und mit dem ebenfalls anwesenden Herrn Bengler des Bauamts diskutiert. Von Seiten der FREO Group wird mit 3.000 Verkehrsbewegungen pro Tag gerechnet. Parkplätze sind aber nur für 1.900 PKW in Tiefgaragen und dem Parkhaus geplant. Diese Zahlen stehen im Widerspruch zu den 1.600 Arbeitsplätzen gemäß genehmigtem Bebauungsplan.
Die Verkehrserschließung zur Anbindung an die Landshuter Straße steckt noch in den Kinderschuhen. Der westliche Fuß- und Radweg endet im Feld, bis die Gemeinde Oberschleißheim bis zur Birkhahnstraße weiterbaut. Dies kann noch viele Jahre dauern. Eine Entlastung der Landshuter Straße soll die Westumfahrung bringen. Damit fragt sich das Bündnis für Unterschleißheim (BfU): Ist der dort geplante Moos-Haide-Park noch zu realisieren?

Silvia Eppler, Hermann Bayer und Martin Birzl, Stadtratskandidaten für das Bündnis für Unterschleißheim

 

FDP/BfU für ein schlüssiges Gesamt-Verkehrskonzept zur Verhinderung des Verkehrsinfarkts

Unterschleißheim hat wegen seiner hohen Einwohnerzahl und seiner vielen Arbeitsplätze eine hohe Quote an Aus- und Einpendlern. Bereits jetzt klagen sehr viele – unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels – über enorme Probleme: Autofahrer über die täglichen Staus zu Berufszeiten, Benutzer des ÖPNV (insbesondere der S-Bahn) über Verspätungen, lange Wartezeiten, überfüllte Züge, schlechte Vernetzung und Anschlussprobleme sowie bei Totalausfällen über unzureichende Ausweichmöglichkeiten.
Die derzeitige Stadtratsmehrheit aus SPD, Grünen, ÖDP und FB plant weitere enorme Ausweitungen der Wohn- und Gewerbekapazitäten bei der „Neuen Stadtmitte“ und dem Wohngebiet „Neues Gartenquartier“ (zutreffender wäre dafür eher die Bezeichnung „Klein-Manhattan“); daneben wurden die Kapazitäten der Gewerbegebiete erheblich ausgeweitet (u.a. Koryfeum mit ca. 4.000 neuen Arbeitsplätzen, Business Campus von ca. 2.000 auf 4.500 Arbeitsplätze mit 3.500 Pkw-Stellplätzen); und es gibt weitere große Flächen, auf denen noch nicht ausgenutztes Baurecht besteht (z.B. Menlo-Gelände). Was hingegen nicht existiert ist ein aktuelles, schlüssiges Verkehrskonzept für ganz Unterschleißheim, das aufzeigt, ob und wie die künftigen zusätzlichen Verkehrsströme bewältigt werden können. Isolierte Teilfortschreibungen mit Schönrechnerei (beim Koryfeum wurden Zu- und Abfahrten nicht für 4.000, sondern nur 1.600 Arbeitsplätze eingerechnet) helfen der Bevölkerung nicht.
Beim ÖPNV laufen derzeit Planungen, den Verkehrsknotenpunkt „Unterschleißheim S-Bahnhof“ durch die Einführung neuer, überörtlicher Buslinien aufzuwerten. Dadurch würde sich dort die Zahl der Nutzer der bereits heute überlasteten S-Bahn auf 15.000 Personen pro Tag steigern. Hier muss sofort ein Bahnhalt für bislang durchfahrende Regionalzüge eingerichtet werden. Die Ankündigung einer Express-S-Bahn pro Stunde nach Fertigstellung der zweiten Stammstrecke in acht bis zehn Jahren ist völlig unzureichend. Der neue Stadtrat muss hier viel mehr Druck auf die Landesregierung ausüben.
Das Bündnis für Unterschleißheim (BfU) und die FDP Unterschleißheim, die als gemeinsame Liste 6 bei der Kommunalwahl am 15.03.2020 antreten, werden sich für ein aktuelles Gesamt-Verkehrskonzept einsetzen. Ebenso wie für ein 365-Euro-Jahresticket für alle ÖPNV-Nutzer in Unterschleißheim oder ein Fünfpersonen-Tagesticket zum Preis für eine Person. Und auch für einen Regionalbahnhalt sowie für eine zeitgemäße Digitalisierung, um individuelle Verkehrsstrecken und -informationen mit verschiedenen Mobilitätsarten (Bus, Bahn, Rad, Auto) optimal kombinieren zu können.

Dr. Manfred Riederle, Stadtrat, Ortsvorsitzender FDP Unterschleißheim
Albert Biller, Matthias Hatzmann, Klaus Schütz, Stadtratskandidaten für das Bündnis für Unterschleißheim