Unterschleißheim hat wegen seiner hohen Einwohnerzahl und seiner vielen Arbeitsplätze eine hohe Quote an Aus- und Einpendlern. Bereits jetzt klagen sehr viele – unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels – über enorme Probleme: Autofahrer über die täglichen Staus zu Berufszeiten, Benutzer des ÖPNV (insbesondere der S-Bahn) über Verspätungen, lange Wartezeiten, überfüllte Züge, schlechte Vernetzung und Anschlussprobleme sowie bei Totalausfällen über unzureichende Ausweichmöglichkeiten.
Die derzeitige Stadtratsmehrheit aus SPD, Grünen, ÖDP und FB plant weitere enorme Ausweitungen der Wohn- und Gewerbekapazitäten bei der „Neuen Stadtmitte“ und dem Wohngebiet „Neues Gartenquartier“ (zutreffender wäre dafür eher die Bezeichnung „Klein-Manhattan“); daneben wurden die Kapazitäten der Gewerbegebiete erheblich ausgeweitet (u.a. Koryfeum mit ca. 4.000 neuen Arbeitsplätzen, Business Campus von ca. 2.000 auf 4.500 Arbeitsplätze mit 3.500 Pkw-Stellplätzen); und es gibt weitere große Flächen, auf denen noch nicht ausgenutztes Baurecht besteht (z.B. Menlo-Gelände). Was hingegen nicht existiert ist ein aktuelles, schlüssiges Verkehrskonzept für ganz Unterschleißheim, das aufzeigt, ob und wie die künftigen zusätzlichen Verkehrsströme bewältigt werden können. Isolierte Teilfortschreibungen mit Schönrechnerei (beim Koryfeum wurden Zu- und Abfahrten nicht für 4.000, sondern nur 1.600 Arbeitsplätze eingerechnet) helfen der Bevölkerung nicht.
Beim ÖPNV laufen derzeit Planungen, den Verkehrsknotenpunkt „Unterschleißheim S-Bahnhof“ durch die Einführung neuer, überörtlicher Buslinien aufzuwerten. Dadurch würde sich dort die Zahl der Nutzer der bereits heute überlasteten S-Bahn auf 15.000 Personen pro Tag steigern. Hier muss sofort ein Bahnhalt für bislang durchfahrende Regionalzüge eingerichtet werden. Die Ankündigung einer Express-S-Bahn pro Stunde nach Fertigstellung der zweiten Stammstrecke in acht bis zehn Jahren ist völlig unzureichend. Der neue Stadtrat muss hier viel mehr Druck auf die Landesregierung ausüben.
Das Bündnis für Unterschleißheim (BfU) und die FDP Unterschleißheim, die als gemeinsame Liste 6 bei der Kommunalwahl am 15.03.2020 antreten, werden sich für ein aktuelles Gesamt-Verkehrskonzept einsetzen. Ebenso wie für ein 365-Euro-Jahresticket für alle ÖPNV-Nutzer in Unterschleißheim oder ein Fünfpersonen-Tagesticket zum Preis für eine Person. Und auch für einen Regionalbahnhalt sowie für eine zeitgemäße Digitalisierung, um individuelle Verkehrsstrecken und -informationen mit verschiedenen Mobilitätsarten (Bus, Bahn, Rad, Auto) optimal kombinieren zu können.

Dr. Manfred Riederle, Stadtrat, Ortsvorsitzender FDP Unterschleißheim
Albert Biller, Matthias Hatzmann, Klaus Schütz, Stadtratskandidaten für das Bündnis für Unterschleißheim