Rechtzeitig zur Kommunalwahl wird das Thema Moos-Haide-Park (MHP) wieder aufgewärmt, zunächst bei der ersten Vorstellung der Bürgermeister-Kandidaten im Festsaal und zuletzt im letzten Grundstücks- und Bauausschuss vom 17.02.2020.
Was soll der MHP darstellen? Ein Landwirtschafts- und Erholungsgebiet im „Trenngrün“ zwischen Ober- und Unterschleißheim. In den Sitzungsunterlagen des Ausschusses kann sich jeder den doch ziemlich verzwickelten Planverlauf anschauen. Da unser 1.BM Herr Böck und sein Ausschuss offensichtlich keine eigenen Vorstellungen dazu haben, wurde ein Planungsbüro beauftragt herauszufinden, was der Auftraggeber eigentlich im Sinne hat. Getreu dem Motto „Wir wissen nicht, wohin wir wollen, aber wir laufen schon mal los“. Klar wurde dabei immerhin, dass dem Projekt sehr komplexe Probleme gegenüberstehen:
– Die Flächen gehören größtenteils zu Oberschleißheim und dem Katholischen Männerfürsorgeverein. Die Kommune Oberschleißheim hat dem MHP bereits eine Absage erteilt, da sie dieses Gebiet für Gewerbeansiedlungen offenhalten will; der Verein plant Wohnbebauungen.
– Im dem seit Langem in Aufstellung befindlichen Flächennutzungsplan ist ein „Moos-Haide-Park“ überhaupt nicht erwähnt.
– Der Regionalplan von 2013 enthält für die Fläche, die für den MHP westlich der Landshuter Straße auf Unterschleißheimer Gebiet vorgesehen ist, weder einen “Grünzug für Kalt- und Frischluftentstehung“ noch ein „Biotopverbundsystem“ noch ein „Trenngrün“.
– Vollkommen ungeklärt ist, ob diese derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen für die öffentliche Hand überhaupt verfügbar sind; mit keinem der Grundstückseigner wurde bisher gesprochen.
– Unterschleißheim hat an der Landshuter Straße bis zur Stadtgrenze nach Oberschleißheim Gewerbegebiete ausgewiesen. „Trenngrün“ könnte hier also nur auf Oberschleißheimer Gebiet umgesetzt werden. Warum sollte Oberschleißheim sich darauf einlassen?
– Die geplante Umgehung von Mittenheim wird so richtig satt über die Planfläche des MHP gehen und südlich des Koryfeums in die St 2043 münden; statt eines MHP werden dort auf Oberschleißheimer Fläche Gewerbe- und/oder Wohngebiete entstehen. Wir West-Unterschleißheimer können uns auf eine deutlich höhere Verkehrsbelastung auf Landshuter Straße und Münchner Ring „freuen“. Die Ost-Unterschleißheimer werden dagegen mit Ausgleichsflächen entschädigt, die durch die Intensivbebauung im Westen ausgelöst werden.
Warum beerdigen Herr Böck und sein Ausschuss den MHP nicht sofort? In den heutigen „grünen“ Zeiten wäre das ziemlich unpopulär, würde Wählerstimmen kosten und einen mutmaßlichen Koalitionspartner vergraulen. Also schleppt man das Projekt als grünes Feigenblatt lieber mit Steuergeldern über die Zeit, um es nach den Wahlen mit Verweis auf die Anderen einschlafen zu lassen. Soviel zum Reiten toter Pferde. Und was gar die Unterschleißheimer Wechselkröten davon halten ist leider nicht druckfähig!

Am 15.03.2020 Liste 6 FDP/Bündnis für Unterschleißheim!
Walter Schmitt – Stadtratskandidat für das BfU, Bündnis für Unterschleißheim (Listenplatz Nr. 618)
Matthias Hatzmann – Stadtratskandidat für das BfU (Listenplatz Nr. 608)